Bayern. Mir ist kürzlich der Bescheid ins Haus geflattert, dass ich zu den 10 % Auserwählten gehöre. Seitdem gibt es regelmäßig neue Aufregung. Angefangen hat es am Samstag, dem 7.5., als am Abend die Klingel läutete und der Volkszähler einen Termin mit mir vereinbaren wollte. Ich war aber nicht anwesend, deshalb holte er ganz nebenbei Auskünfte bei meinem Sohn ein und vereinbarte dann einen Termin.
Per Telefon teilte ich mit, dass ich zu diesem Termin verhindert sei und verlegte ihn auf einige Tage später. In der Zwischenzeit ließ ich dann der Erhebungsstelle einige Fragen zukommen, auf die ich aber bis heute keine Antwort erhalten habe. Ich nahm also wieder Kontakt mit dem Volkszähler auf und erklärte, dass ich auf die Antwort warten wolle. Der Erhebungsbeauftragte fragte mich dann, was ich denn “für Probleme” hätte und wie so ich mich “so anstellen” würde.
Ein Problem: Der Volkszähler wohnt im Nachbarort, nur knapp 2 km entfernt. Er ist außerdem bei der Gemeinde angestellt. Er stand dann heute – ohne Vorankündigung – in meiner Einfahrt und wollte den Fragebogen mit mir ausfüllen. Dass ich auf dem Sprung war und zu einem Termin musste, war ihm egal, er sagte, er wolle die Befragung abschließen und habe keine Zeit zu warten. Meinen Hinweis, dass die Fragen von der Erhebungsstelle nicht beantwortet wurden quittierte er mit einem Hinweis, dass die Erhebungsstelle wohl gar kein Schreiben bekommen habe. Den Fragebogen wollte er auch nicht in den Briefkasten legen, sondern drohte damit, mich als Verweigerer zu vermerken. Da ich nach wie vor in Eile war, erwiderte ich, dass er das dann eben so machen solle. Er machte dann aber wieder keine Anstalten zu gehen, so dass ich ihn des Grundstücks verwiesen habe.
Ich fühle mich durch den Zensus in meiner Privatsphäre bedroht. Ich finde nicht, dass die Volkszähler das Recht haben, ohne Terminabsprache aufzutauchen und es ist auch unmöglich, dass die Erhebungsstelle einfach so weitergibt, dass ich keinen Brief geschrieben hätte. Toll, wie die mit Post umgehen – leider habe ich diesen nicht als Einschreiben verschickt. (su)


