(20.05.2011) Das große Befragungschaos

 

In unserem Briefkasten lag vorige Woche ein Faltblatt, darauf abgebildet glückliche Kinder und ein gedritteltes DIN-A4-Blatt. Darauf befanden sich Tag und Uhrzeit, an dem uns ein Volkszähler aufsuchen wollte. Klar wurde nicht, ob sich dieser Zettel an uns richtete oder bloß aus Zufall bei uns im Briefkasten gelandet war – der nicht angegebene Adressat war aber aufgerufen, an einem späteren Tag zu Hause zu sein. Ich hätte dies als Reklame identifiziert, höchstens noch als Ankündigungskarte des Stromablesers, und damit wäre sie im Müll gelandet. Doch mein Freund hatte diesmal die Post geholt und mir mitgeteilt, dass wir die glücklichen Auserwählten seien, die an der Zensus-Befragung teilnehmen dürften.

Es stellte sich langsam heraus, dass die Haushalte unseres Vorderhauses allesamt einen solchen „Reklameflyer“ erhalten hatten. In unserem Briefkasten lag wenige Tage später ein weiterer Zettel und man sah auf der Rückseite – per Hand geschrieben und gut lesbar – unsere Namen. Sie waren auf weißem Papier übergeklebt.

Unsere Recherche deckte dann auf, dass die Zettel eigentlich für Häuser des angrenzenden Viertels gedacht waren.

An dem kurzfristig angekündigten Termin hatten wir schon anderes zu tun und viele im Haus waren nicht da, als der Volkszähler kam. Es folgte einige Zeit darauf ein maschinell erstelltes Schreiben „An die Auskunftspflichtigen im Rahmen des Zensus 2011“, in welchem eine Haushaltebefragung angekündigt wurde. Außerdem lag noch eine handschriftlich ausgefüllte Postkarte bei, die die Personen unseres Haushalts an die Befragung erinnerte. Eine Person davon ist der Vater meines Sohnes, jedoch war dieser noch nie in unserem Haus gemeldet.

Bei so viel Schlamperei im Vorfeld soll ich also meine Daten preisgeben und auf einen korrekten Umgang seitens des Staates vertrauen?