Zwischen 8 und 10 Millionen der in Deutschland lebenden Menschen werden mit einem Volkszähler oder einer Volkszählerin konfrontiert und sollen diesem – am liebsten sofort und direkt – Rede und Antwort stehen.
Die Betroffenen sind zur Auskunft verpflichtet. Drohkulissen von Buß- und Zwangsgeldern machen die Runde, darüber dürften sich die Behördenmitarbeiter freuen …
Doch bleibt die Frage, wie man denn überhaupt erst einmal sicher sein kann, wer denn da vor der Tür steht und Einlaß in die Privatwohnung wünscht? Ein Nazi, ein Trickbetrüger oder ein anarchistischer Datenschützer?
(Nochmal in Kurzform für alle: Man muß keinen Volkszähler in seine Wohnung lasssen und kann die Fragen auch selber beantworten!)
“Alles kein Problem!”
… sagen die Statistiker. Und weiter: “Die haben doch einen Dienstausweis dabei!”
Schön, denkt sich der Mensch dabei, dann ist ja alles klar. Aber wie sieht der Ausweis denn aus?
So:
sagt uns das Bundesamt auf seiner amtlichen Informationsseite.
Oder etwa doch so:
Erkennen Sie die Unterschiede?
Ja, na klar. Hier ein anderer Zeichensatz, dort eine etwas andere Grauschattierung. Aber welcher Mensch sieht sich das dem Ausweis in der Praxis bei dem in der Türschwelle stehenden Volkszähler an?
Das letztere Bild ist innerhalb von einigen Minuten mit Open-Source-Zeichenprogrammen und dem Logo, das das Statistische Bundesamt freundlicherweise allen Menschen frei auf seinen Informationsseiten zur Verfügung stellt, entstanden:
Es ist eine Fälschung, die sich im Prinzip jeder selber anfertigen kann.
Damit niemand denkt, wir wollten hier Ausweise fälschen oder etwas anderes strafbares machen, ist der “MUSTER”-Text genauso (bzw. ähnlich) umgesetzt worden wie in dem öffentlich zugänglichen Bild des Ausweises.
Kurz und Knapp
Die Behörden schicken die Volkszähler mit einem Dienstausweis auf ihre Wege, der kein qualitativ halbwegs hochwertiges Echtheitsmerkmal aufweist.
Stempel und Unterschrift lassen sich leicht durch Jedermann fälschen. Für ein (beispielsweise) holografisches Bild, wie es auf jeder billigen Bahnkarte vorhanden ist und das nicht mit jedem billigen Farbdrucker nachzumachen wäre, scheint kein Geld mehr übrig geblieben zu sein.
Vielleicht war die wenige Wochen dauernde PR-Kampagne mit 5,5 Millionen Euro zu teuer, vielleicht auch das schon vor längerem in einer Berliner PR-Agentur in Auftrag gegebene PR-Konzept (dessen Kosten – alles Steuergelder! – man uns nicht verraten wollte).
Vielleicht hat einfach auch niemand daran gedacht, dass es Trickbetrüger, Einbrecher oder sonstwen geben könnte, der solche Ausweise zu fälschen versuchen würde…
Da mutet es schon fast sympathisch an, dass wenigstens ein Landesstatistikamt (in Sachsen?) dafür Sorge trägt, dass die dort ausgegebenen Dienstausweise nicht auf weißer Pappe, sondern auf marmoriertem Karton gedruckt werden. Als Echtheitsmerkmal aus dem Copyshop sozusagen …
Fazit
Diese “billige” Gestaltung der Ausweisdokumente ist aus unserer Sicht fahrlässig!
Was wir im Umgang mit Volkszählern raten und empfehlen, haben wir hier zusammengetragen.




